Erfahrung schon seit 1987

Für Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen bieten wir auf der Grundlage des § 40 bzw. 111 SGB V Rehabilitationsbehandlungen an und für
Patienten mit privater Krankenkasse werden Krankenhausbehandlungen gemäß OPS 8-918 durchgeführt. Die Klinik ist auch beihilfefähig.

FASCIEITIS
Faszienentzündung, Entzündung einer Faszie

Häufiger werden auch diese Schreibweisen verwendet: Fasci tis, Fascii tis, Faszii tis oder auch Faszi tis

Eine Fascieitis kommt in verschiedenen Formen vor (siehe unten). Schmerztherapeutisch relevant ist die Fascieitis plan taris. Bei dieser Schmerzerkrankung liegt eine En tzündung der bindegewebigen Platte der Fußsohle vor. Es besteht eine Druckschmerzhaftigkeit des Fersenbein s sowie ein ausstrahlender Fußsohlenschmerz. Öfters geben die Patienten an, daß der Schmerz morgens nach dem Aufstehen am Schlimmsten sei, oder auch in der Anfangsphase beim Gehen.
Die Fascieitis plan taris wird wegen der ähnlichen Symptomatik (= Krankheitszeichen) häufig mit dem hinteren Tarsaltunnelsyndrom verwechselt.

Die Fascieitis plan taris entsteht meist durch eine übermäßige Beanspruchung der Fuß sohle, nicht selten durch Sport (Langläufer). Sie kann auch die Folge eines Fersensporn s sein.

Medikamentöse Schmerzbehandlung bei dieser Faszienentzündung:

Hilfreich sind entzündungshemmende, sog. nicht-steroidale Antirheumatika (= Rheumamittel), aus dieser Gruppe möglichst lang wirkende und magen schonende wie z.B. Meloxicam. Besonders magenschonend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib oder Etoricoxib, allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Auch werden entzündungshemmende Salbenverbände empfohlen (z.B. mit
Diclofenac-Salbe).

Andere Maßnahmen:

Akut ist das Auflegen von Eis hilfreich. Man kann auch eine Getränkeflasche ins Eisfach legen und diese dann später wiederholt mit der Fu ßsohle abrollen.
Bei länger anhaltenden Beschwerden kann der Orthopäde Schuheinlagen verordnen.
Zunehmend wird eine extrakorporale Stoßwellentherapie propagiert, Studien dazu sind aber zum Teil widersprüchlich.

Spezielle Schmerztherapie bei dieser Faszienentzündung:

Patienten mit anhaltenden Schmerzen aufgrund einer Fascieitis plan taris kommen meist dann erst zum Schmerztherapeuten, wenn die primär fachärztlichen Behandlungen keine Schmerzlinderung brachten.
therapeutischen Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) kann eine Fascieitis
plan taris meist erfolgreich behandelt werden. Direkte Infiltrationen mit einem Lokalanästhetikum (= örtliche Betäubungsmittel) sind allerdings relativ schmerzhaft und eignet sich deshalb kaum zur serienmäßigen, wiederholten Anwendung.

Besser sind bei Fascieitis plan taris wiederholte Blockaden des N. isch iadicus (Ischias nerv), in hartnäckigen Fällen optimal kontinuierlich mit Katheter.

Bei der kontinuierlichen Blockade des Nervus ischiadicus wird vorübergehend ein dünner Kunststoffschlauch von der Oberschenkel rückseite her dicht an den Nerv eingeführt. Die Einpflanzung erfolgt nahezu schmerzfrei durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Nach längerer Therapiedauer (z.B. 2-3 Wochen) verbleibt in den meisten Fällen deutliche Schmerzlinderung, oft aber auch Schmerzfreiheit.
Dieser anhaltende Effekt über die Behandlungszeit hinaus ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die durch entzündliche (Fascieitis plan taris !) oder auch degenerative (= abnutzungsbedingte) Prozesse entstanden sind, hilfreich ist. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche Behandlung auch das „Schmerzgedächtnis“ im Gehirn zu löschen.

Daß Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.

In dieser Datei werden weitere Ursachen für Fußsohlenschmerzen beschrieben: http://www.fusssohlenschmerzen.de

Seltene, schmerztherapeutisch allerdings nicht relevante Fascieitis-Formen (Auswahl):

  • Eosinophile Fascieitis, eine sklerodermieähnliche Erkrankung, charakterisiert durch eine Indurationen (= krankhafte Verhärtung und Verdichtung) der Haut, vor allem im Bereich der Extremitäten (= Arme und Beine) mit Gelenk kontrakturen (= Verkürzung gelenknaher Muskeln).

  • Nekrotisierende Fascieitis: Eine plötzlich einsetzende und rasch verlaufende Infektionskrankheit, verursacht durch Streptokokken (= eine Bakterienart) oder durch eine Mischinfektion. Die Erreger können durch kleinste Hautverletzungen eindringen. Betroffen sind Haut und Unterhaut. Die nekrotisierende Fascieitis beginnt mit unspezifischen Symptomen (= Krankheitszeichen) wie z.B. lokale (= örtliche) Schmerzen und Fieber. Die betroffenen Körperbereiche beginnen anzuschwellen und bilden Blasen, auch fühlen sich die infizierten Stellen heiß an. Im weiteren Verlauf können Haut und Unterhaut völlig absterben.

  • Fascieitis palmaris - besser bekannt als Dupuytren Kontraktur: fortschreitende, häufig beidseitige Beuge-Kontraktur (= unwillkürliche Dauerverkürzung) eines oder mehrerer Finger durch Schrumpfung der Hohlhandfaszie einschließlich der Sehnenscheiden und der Haut.

  • Fascieitis retroperitonealis - auch als Ormond Syndrom bezeichnet: retroperitoneale (= hinter der Bauchhöhlenwand gelegene) Fibrose (= krankhafte Bindegewebsvermehrung in Organen) mit fortschreitender ein- oder beidseitiger Ureterstenose (= Verengung der Harnleiter).

Die invasiven (= in den Körper eindringenden) Therapiemethoden der speziellen Schmerztherapie setzen eine sehr gründliche fachärztliche Ausbildung voraus, weshalb sie nur in wenigen therapeutischen Einrichtungen angeboten werden können. Insbesondere sind die kontinuierlichen Blockaden mittels eingepflanztem Katheter in Deutschland nur in ganz wenigen Schmerzzentren (Schmerzkliniken) durchführbar, so z.B. in Bad Mergen theim.

Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken).

Laut der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit haben alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Das Bundesgesundheitsministerium schrieb dazu auch einen Brief an die Aufsichtsbehörden. Dieses Wahlrecht wurde mittlerweile auch durch Urteile von Landessozialgerichten bestätigt: Baden-Württemberg (Az: L 4 KR 2071/05) und Hessen ((Az.: L 1 KR 2/05: Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen (eine Revision gegen diese Entscheidung ließ das Gericht gar nicht erst zu)).
Ein Recht, die Reha-Klinik selbst auszuwählen (gilt auch für Anschlußheilbehandlungen), haben nach §9 Sozialgesetzbuch IX nicht nur Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen, sondern Versicherte aller gesetzlichen Rehabilitationsträger, also auch Rentenversicherungen oder Unfallversicherungen. Die deutsche Gesellschaft für medizinische Rehabilitation hat dazu eine informative Broschüre herausgegeben: http://www.degemed.de/pdf/Klinik_nach_Wunsch.pdf.

Sie wollen mit einem erfahrenen Schmerzarzt sprechen? Kein Problem, einfach jeweils an einem Mittwoch zwischen 13.00 und 14 Uhr oder Donnerstag zwischen 13.00 und 15.00 Uhr die Tel.-Nr. 07931-5450 anwählen (keine extra Gebühren).

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Aktualisiert:>10.06.2009</> kusb&
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